Kürzlich veröffentlichten die WIPO und die italienische Louis Business School (LBS) gemeinsam den ersten „World Intangible Investment Focus Report“, der zeigt, wie immaterielle Vermögenswerte zunehmend zu einer wichtigen treibenden Kraft für Innovation und Wirtschaftswachstum in der globalen Wissensökonomie werden. Daten zeigen, dass Investitionen in immaterielle Vermögenswerte wie Marken, Designs, Daten und Software in den letzten 15 Jahren dreimal schneller gewachsen sind als Investitionen in materielle Vermögenswerte wie Fabriken und Maschinen. Schweden, die Vereinigten Staaten und Frankreich weisen die intensivsten Investitionsaktivitäten auf, während die Investitionen Indiens einen Aufwärtstrend aufweisen.
Trotz einer zerstörerischen globalen Krise und steigender Zinssätze beliefen sich die immateriellen Investitionen im Jahr 2023 auf insgesamt 6,9 Billionen US-Dollar, also mehr als doppelt so viel wie die 2,9 Billionen US-Dollar im Jahr 1995. Der Bericht zeigt, dass die Wachstumsrate der immateriellen Investitionen seit 2008 dreimal so hoch war wie die der materiellen Investitionen und bis 2023 einen Wert von 4,7 Billionen US-Dollar erreichen würde.
Ein bahnbrechender, aber unsichtbarer Trend im globalen Wirtschaftssystem ist der Aufstieg immaterieller Vermögenswerte zur treibenden Kraft und zum Wertträger der Weltwirtschaft. Selbst in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit boomen die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und übertreffen beständig die gesamten Sachinvestitionen, sowohl in Volkswirtschaften mit hohen Einkommen wie den USA und Europa als auch in rasch wachsenden Schwellenländern wie Indien.
Der „World Intangible Investment Focus Report“ unterstreicht die dominierende Rolle immaterieller Vermögenswerte auf der Grundlage geistigen Eigentums in der Weltwirtschaft und liefert belastbare Daten, die Regierungen weltweit bei ihrem Streben nach innovationsgetriebenem Wachstum bei ihren faktenbasierten Entscheidungen unterstützen.
Der Bericht zeigt außerdem:
- Widerstandsfähigkeit in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit: Während des jüngsten Konjunkturabschwungs zeigten sich die immateriellen Investitionen widerstandsfähiger als die materiellen Investitionen, selbst als hohe Zinssätze andere Investitionsströme behinderten.
- Steigender BIP-Anteil: Immaterielle Investitionen machen in Hocheinkommensländern und Schwellenländern wie Indien einen steigenden Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus.
- Intensivste Regionen: Die Volkswirtschaften mit der höchsten Investitionsintensität im Bereich immaterielle Vermögenswerte sind Schweden, die Vereinigten Staaten und Frankreich. Bis 2023 beispielsweise werden in den USA die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte fast doppelt so viel vom BIP ausmachen wie die Investitionen in materielle Vermögenswerte. In Ländern, in denen die Investitionen in Sachanlagen im Verhältnis zum BIP höher sind als die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, verringert sich die Lücke zwischen beiden.
- Große Volkswirtschaften (1995–2023): Unternehmen in den USA, Frankreich, Deutschland und Großbritannien sind die Hauptinvestoren in immaterielle Vermögenswerte, wobei die USA mit Abstand die höchsten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte aufweisen. Frankreich und Deutschland folgten bis 2020 einer ähnlichen Entwicklung. Danach übertraf Frankreich beim Niveau der immateriellen Investitionen jenes Deutschlands deutlich und wurde so zum Spitzenreiter in der EU.
- Die Schwellenländer haben ein deutliches Wachstum erlebt: Indien hatte von 2011 bis 2020 das schnellste Wachstum bei den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und übertraf damit die Wachstumsrate vieler Volkswirtschaften mit hohem Einkommen. Auch die Investitionsintensität bei immateriellen Vermögenswerten (als Anteil des BIP) ist mit der von Deutschland und Japan vergleichbar.
- Führende Arten immaterieller Vermögenswerte: Software, Daten und Marken sind die am schnellsten wachsenden Arten immaterieller Vermögenswerte.
Trotz der erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen immaterieller Vermögenswerte können herkömmliche Bewertungsrahmen die Größe, Zusammensetzung und Auswirkungen immaterieller Vermögenswerte nicht vollständig widerspiegeln. Der World Intangible Investment Focus Report basiert auf Daten der WIPO-LBS Global INTAN-Invest-Datenbank und bietet die neuesten grenzüberschreitenden Indikatoren für immaterielle Investitionen, die für fundierte globale Entscheidungen und Konjunkturprognosen von entscheidender Bedeutung sind. Der Bericht deckt derzeit 26 Länder ab, die für mehr als die Hälfte des weltweiten BIP stehen. Es ist geplant, in künftigen Ausgaben weitere Volkswirtschaften einzubeziehen.
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